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GROSS-britannien trennt sich von EU-ropa

Aus Sicht der Ehe- und Partnerschaftsdynamik muss man sagen, dass es endlich zu einer Trennung nach über 4 Jahrzehnten teils quälendem Zusammenleben gekommen ist. Wenn der eine Partner aus Angst, seine Autonomie und Individualität zu verlieren, sich stets dagegen stemmt, sich wirklich einzulassen, ist eine gesunde Bindung nicht möglich, eine Trennung erscheint sinnvoll. Eine Scheidung nach so langer Zeit wird zwar wirtschaftlich teuer, schafft aber emotional befreiende Chancen für beide Seiten. Die eine Seite wird nun beweisen müssen, dass sie aus der vermeintlich wiedergewonnen Autonomie auch wirklich etwas Vernünftiges macht. Die andere Seite hat nun die Möglichkeit, sich ihrer Identität, Werte und Ziele noch einmal ganz neu bewusst zu werden und sich mutig und offensiv weiter zu entwickeln.

EU-ropa ist sicherlich keine Traumfrau, aber sie gibt die Möglichkeit und Chancen für eine friedliche und warmherzige Bindung, wenn man sich wirklich einlässt und engagiert. Mit einem Partner, der sich jedoch aus einem geschichtlich besonders gespeisten Autonomiebestreben nicht einlassen kann, ist diese besondere Nähe leider nicht herzustellen.

Diese Sperrigkeit konnte lange kompensiert werden, die Extra-Sausages geduldet und eingeräumt werden, aber durch den um sich greifenden aktuellen narzisstisch-nationalistischen Zeitgeist in Gesamteuropa, brach diese Kompensation auf, die Trennung wurde unvermeidlich.

Nun liegt es an EU-ropa, sich klar, aber nicht aggressiv zu positionieren und konsequent, aber nicht destruktiv zu handeln.